Die neuromotorische 

Entwicklungsförderung

INPP

Was ist die Neuromotorische Entwicklungsförderung?

Die Neuromotorische Entwicklungsförderung INPP ermöglicht Kindern, an den Ursachen ihrer Probleme zu arbeiten und nicht an ihren Symptomen.

Die Neuromotorische Entwicklungsförderung ist ein pädagogisches und therapeutisches Diagnostik- und Förderprogramm für Kinder, die mit Beginn der schulischen Laufbahn Lernschwierigkeiten oder Verhaltensauffällikeiten offenbaren, welche teilweise bis zu diesem Zeitpunkt unerkannt geblieben sind. 

Ihr Ziel ist, den Kindern ein stabiles Fundament zu geben, damit das Kind sein mögliches Potenzial nutzen kann. Viele der Erziehungs-, Lern- und Bewegungsschwierigkeiten können verschwinden und ihr Kind bekommt eine zweite Chance, sein Potenzial umzusetzen.

Leben und Bewegung sind untrennbar miteinander verbunden. Das Kind muss sich im Bauch der Mutter bewegen, um sich zu entwickeln. Bewegungen sind der Motor der Hirnreifung und zugleich auch das Ergebnis. Je ausgereifter das Gehirn, desto koordinierter und komplexer sind die Bewegungsmuster. In den allerersten Lebensmonaten bewegt sich das Kind mit Hilfe von Reflexen. Diese frühkindlichen Reflexe sind für seine körperliche und neuronale Entwicklung überlebenswichtig. Sie sichern die unmittelbare Reaktion auf die Umgebung und die sich verändernden Bedürfnisse.

So sind die frühkindlichen Reflexe in den ersten Lebensmonaten massgebend an der Bewegungsentwicklung beteiligt und trainieren die später willentlich gesteuerten Bewegungsabläufe. Mit dem Fortschreiten der Hirnreifung und der damit auch verbundenen Herausbildung der Willkürmotorik (absichtliche Bewegungen) müssen diese ersten (frühkindlichen) Reflexe, die bis dahin die Entwicklung voran getrieben haben, unterdrückt werden.

Ihr Fortbestehen würde die weitere Entwicklung nun behindern. Halte- und Stellreaktionen lösen sie ab und ermöglichen nach einer gründlichen Einübung, uns in allen Bewegungsmustern und Körperpositionen ohne Anstrengung und ohne darüber nachzudenken automatisiert zu bewegen. (z. B. Fahrradfahren).

Kognitive und psychosoziale Entwicklung stehen in enger Verbindung mit der Ausreifung der Halte- und Stellreaktionen.

 

Für das betroffene Kind bedeutet das, dass es einen Teil der Energie seines Gehirns dafür aufwenden muss, gegen diese frühkindlichen Rest-Reflexaktivitäten anzukämpfen, anstatt diese Energie frei für andere Dinge wie z.B. das Lernen nutzen zu können. Viele Fertigkeiten, die sich automatisieren sollten, werden nur durch kontinuierliche und bewusste Übung erlernt. 

 

Damit ein Kleinkind zu einem geschickten, lernbegierigen und umgänglichen Schulkind heranwächst, muss es eine gelungene Entwicklung seiner Sinne (Hören, Sehen, Fühlen, Gleichgewicht und Eigenwahrnehmung) und  seiner Motorik (Bewegung) durchlaufen haben.  Ist nun diese Reflexintegration    nicht    vollständig 

abgeschlossen, bleiben Restreaktionen der frühkindlichen Reflexe bestehen. Sie wirken sich z.B. erschwerend auf die sensorische Integration, wie der visuellen und auditiven Wahrnehmungsverarbeitung, auf die Entwicklung der Hand-Augen-Koordination, Konzentration, Haltungskontrolle und Orientierung sowie auf die emotionale und soziale Kompetenz aus.

 

Das Institut INPP in Chester/England hat in langjähriger Forschungsarbeit entscheidende Durchbrüche im Erkennen und Behandeln von Entwicklungsverzögerungen aufgrund von Restreaktionen frühkindlicher Reflexe erzielt. Durch eine umfangreiche Testung kann die Anwesenheit solcher Restreaktionen von Reflexen, das Fehlen von Halte- und Stellreaktionen sowie Defizite in der sensorischen Wahrnehmungsfähigkeit festgestellt werden. 

 

Mit einem gezielt auf das Kind abgestimmten häuslichen Übungsprogramm besteht nun die Möglichkeit, die Reflexstruktur zu normalisieren. Das Bewegungsübungsprogramm ermöglicht Ihrem Kind, nicht durchlaufene Entwicklungsschritte in einem zweiten Anlauf nachzuholen.